One for Sorrow


versilberter Kronleuchter, Polyester, Bleikristalle, Leuchtmittel, Eisen.
Ø 90 × 130 cm

Skulptur mit Assemblage von einem englischen Kinderspruch inspiriert:

One for sorrow
Two for joy
Three for a girl
Four for a boy
Five for silver
Six for gold
Seven for a secret never to be told

Vielleicht wird an Yvonne Roebs Arbeit mit den [bis zu] fünf Raben auf dem Kronleuchter am deutlichsten, dass wir nicht mehr nur in einer Umwelt leben, die aus Häusern, Bäumen und Vögeln auf dem Baum besteht, sondern aus Bildern, vor allem aus massenmedialen Bildern, die unseren Alltag orientieren und informieren. Der Kronleuchter von Roeb lässt uns zuerst an den Horrorfilm Die Vögel von ALFRED HITCHCOCK denken, also an Filmbilder, massenhaft gezeigt und abgedruckt. Aus der Sekündärwelt der Filme und Fotos holt Roeb die Requisite, die Nebensache heraus und macht sie zur skulpturalen Hauptsache. Und noch eine zweite wichtige Umkehrung oder Rücküersetzung findet statt. Die flache und flüchtige Sichtbarkeit von Requisiten im bewegten Film wird zurückgeholt in die stille Präsenz des Körperlichen, des dinglich im Raum Vorhandenen. Diese Rückübersetzung funktioniert aber nicht so einfach und ohne Verlust wie etwa die kleine Rechnung: 2 mal 2 ist 4 geteilt durch 2 ist wieder 2. Die Raben, das mythische Symbol des Ungewissen oder Bedrohlichen sind deutlich und absichtlich erkennbar Attrappe. Wahrscheinlich ist es gerade diese filmische Falschheit, die dieses skulpturale Bild echt mach.

– Matthias Winzen

Material

versilberter Kronleuchter, Polyester, Bleikristalle, Leuchtmittel, Eisen

Abmessung

Ø 90 × 130 cm

Auflage

3 Exemplare und 1 AP

Verbleib

(1) Sammlung Katharina Fritsch Düsseldorf
(2) Sammlung Becker, Köln
(3) Privatsammlung

Ausstellungen (2)
2006MMIII Kunstverein Mönchengladbach, Mönchengladbach, Die Windmühle aus dem südlichen Teil des Jenseits.
2007Galerie Wilma Tolksdorf, Berlin, Yvonne Roeb / Honigdieb.
Literatur (1)

Matthias Winzen (Text): Windmühle aus dem südlichen Teil des Jenseits, Mönchengladbach [MMIII Kunstverein Mönchengladbach] 2007.

Credits

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